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Rundschreiben 104

 

Der Bau der der Chelewani abc-Primary, unserer 10. abc-Schule, beginnt [mehr...]

 

Rundschreiben 103

 

Komplettierung des Tsogolo La Ana Schul-Zentrums mit der neuen Secondary in Mpemba [mehr...]

 

Rundschreiben 102

 

Kurzbericht 15. Malawi-Reise [mehr...]

 

Rundschreiben 101

 

Einweihung der 8. abc-Schule in Malawi [mehr...]

 

Rundschreiben 100

 

Primary, Preschool, Dalani Secondary, Chambala Primary und Chambala Secondary, der Erziehungsminister, Jean Ziegler und Fundstücke [mehr...]

 

Rundschreiben 99

 

Preschool, Dalani-Secondary, Ingenieure ohne Grenzen und 3. Bücherbörse [mehr...]

 

 

 

News-Archiv [mehr...]

 

Rundschreiben 99

 

Essen, den 28.09.14

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder, Freunde und Förderer
der abc-Gesellschaft e.V.

 


The Preschool

Mit Gesängen, Tänzen, Trommeln, Geisterbeschwörungen, Theaterauf- führungen, Vorträgen und Reden wurde am 18.09.2014 die Einweihungsfeier des Tsogolo La Ana abc-Kindergartens in Mpemba im Distrikt Blantyre/ Malawi nachgeholt!


Uns wurde ein überschwänglicher Empfang bereitet. Wir haben ein buntes, munteres Fest erlebt. Schade, dass Sie das nicht miterleben konnten.

Der Kindergarten ist sehr schön geworden. Die drei Gruppenräume groß und hell, das Büro, die Küche, der Store-Room, die Möbel, Kücheneinrichtung, die Hühner- und Ziegenställe, die Außenspielgeräte, die Toilettenhäuschen – alles ist sehr gelungen und funktional.


Die Leiterinnen von Tsologo La Ana, Lucy Maunde und Florence Musasa, die drei sehr sympathischen, angehenden Erzieherinnen Angela 26, Fanny 20 und Letitia 19, der Hausmeister, 2 Helferinnen, der Chief, die Bewohner des Dorfes sind begeistert und stolz. Immer wieder betonten sie ihre Dankbarkeit.

67 Kinder zwischen 3 und 6 Jahren, davon 57 Waisen und Halbwaisen und 10 Kinder aus dem Dorf, deren Mütter dafür abwechselnd umsonst das Essen kochen, schauten uns teils verwundert, teils erwartungsvoll an. Je länger die Feier dauerte, umso mehr tauten sie auf, sangen und tanzten strahlend und voller Freude.


Das Metallschild wurde an die Bürotür geschraubt, die Schenkungsurkunde unterschrieben, die Geschenke ausgepackt.
Wir haben ihnen 50 dicke Malblöcke, 500 Wachsmalstifte und drei große Behälter mit Süßigkeiten mitgebracht. Für die Leiterinnen gab uns Prof. Kornelia Möller einen Laptop mit.

Aber alles der Reihe nach:

 

Tansania

Auf der Reise nach Malawi machten Frau Clasen und ich einen Zwischenstopp in Dar es Salaam. Die Hauptstadt ist verkehrsüberflutet, total verstopft, zwei Stunden mit dem Auto für 12 Km. Wir haben das Staatsmuseum besucht und uns mehrere Schulen angesehen.
Die Stone-Town auf Sansibar (Weltkulturerbe) ist sehr arabisiert, 95% der Bevölkerung sind Moslems.

In der von uns besuchten islamischen Preschool tragen alle 3-6-Jjährigen Mädchen ein Kopftuch, das unter dem Kinn geschlossen wird. Immerhin hocken die Mädchen mit den Jungen auf dem Boden. Sie rechneten mit Steinen, machten erste Schreibversuche. Die Leiterin bestätigte, dass die Kleinen nicht nur mit dem Koran auf die Primarschule vorbereitet werden.
Sie zeigte uns tief im Palmenwald die Fundamente für den Bau einer größeren Preschool, die von den Eltern mit ihren geringen Mitteln finanziert werden soll ...

 

Minister of Education

Am 14. 9. kamen wir über Nairobi und Lusaka in Lilongwe / Malawi an.
Am 15. hatten wir zunächst ein Treffen mit dem vormaligen Leiter der Lehrerfortbildung und unserem ehemaligen Helfer Patrick Themu. Er ist jetzt Parlamentsabgeordneter und Ausschussvorsitzender für Bildung und Erziehung im schulischen Bereich.


Er betonte mehrfach seine Dankbarkeit, er sei nur durch den Bau unserer 3 Schulen im Bezirk Dedza Abgeordneter geworden. Die Bevölkerung hätte ihn deswegen zum Kandidaten aufgestellt und gegen 5 Mitbewerber gewählt.


Danach ging es zu einem Treffen mit dem Minister of Education, Science and Technology, Prof. Dr. Emmanuel Fabiano. Ein interessanter Mann mit einem enormen Curriculum Vitae. Neben vielen anderen Funktionen war er lange Rektor der Universität Blantyre. Ich hatte ihm vorher einige Besprechungspunkte geschickt, die er Punkt für Punkt abhandelte:


unsere Aktivitäten in Malawi (die 7 schulischen Einrichtungen der abc), Entwicklung eines Sprialcurriculums, unsere in Südamerika erfolgreich erprobte Lehrerwander-Akademie, die Erwachsenen-Alphabetisierung, die Lehrer- fortbildung als Beispiele für Malawi, die Schulung der Sekundarschullehrer für den ruralen Bereich mit den Ergebnissen des Forschungsinstitutes für Agroforstwirtschaft. Nachweislich wird durch die Anpflanzung von Gliricidia auf und in Maisfeldern, der Ertrag um bis zu 100 % gesteigert, weil die Hülsenfruchtart Wasser bindet, Co2 umbaut, Schatten für die Nutzpflanzen spendet und zugleich Dünger überflüssig macht. - Damit wäre der Hunger beseitigt. Ich hatte die Auswirkung der letzten Hungerzeit und die Not der Menschen dort bei meinem ersten Besuch 2007 noch erlebt.


Die Wissenschaftler sind sich sicher, dass mit dieser Agrarrevolution 10 Mrd. Menschen auf der Erde ernährt werden könnten. Dies sollten die Lehrer ihren 14-18-jährigen Schülern vermitteln, damit sie diese Kenntnisse an ihre Eltern weitergeben. Der Minister war an allen Themen interessiert und bereit sie umzusetzen. Sein finanzieller Spielraum ist jedoch sehr gering.

 

Zum Abschied hat er uns zum Essen eingeladen und ist eine Woche später mit seiner Frau zu uns nach Blantyre gefahren. Er hat 2 ½ Stunden mit uns diskutiert und über seinen Traum gesprochen, eine Modellschulzentrum mit aufeinander abgestimmter Vorschule, Primary und Secondary zu bauen. Dabei soll ein neues Curriculum für Modern Teaching and Learning entstehen. Die Lehrer sollen besonders gefördert werden, um in anderen Schulen Lehrer fortzubilden.


Dies möchte er gerne mit uns bewerkstelligen. Ich habe ihm gesagt, wie dünn unsere Kassenlage ist. Aber schauen wir mal!
Er wird in der nächsten Woche „unseren“ Kindergarten in Mpemba besuchen, um zu prüfen, ob dort die Voraussetzungen für das Vorhaben stimmen. Donnerknispel!

 

Ingenieure ohne Grenzen & Chambala, Primary and Secondary

Am Abend des 15. kamen die beiden Ingenieure Christian Lehmann und Sebastian Zobel aus Deutschland an. Sie kommen von der NGO „Ingenieure ohne Grenzen“, hatten im Internet Geld gesammelt und wollen, wie berichtet, prüfen, ob und wie sie die Wasser- und Stromversorgung für die beiden abc – Schulen in Chikhosi herstellen können.
Am Morgen des 16. fuhren wir zu viert und mit unserem Helfer Patrick Zakunja nach Kasungu.

 

Die Primary hat jetzt 780 Schüler, statt der beim Bau geplanten 320. Im ersten Schuljahr saßen 110 Kinder auf der Erde. Die Lehrer können einem Leid tun. Immerhin hat die Schulbehörde 11 Lehrer und 7 Voluntärlehrer entsendet.
Die Secondary, die wie auch die Preschool in Mpenba dankenswerterweise zur Hälfte von dem Erlös, den die Studenten mit der 1. und 2. Bücher-Börse-Köln erzielt haben, gebaut wurde, ist sehr gut in Schuss. Die Möbel, das Drumherum alles prima.

Die Lehrerhäuser sind größer, höher und heller als die alten, die wir dort für die Primarschullehrer gebaut hatten. Dazu mussten wir noch nachträglich 4 Küchen- und Waschplätze und 4 Latrinen bauen und mehr für die Inneneinrichtung - Fenster, Türen - tun. Jetzt brauchen wir noch Regale für die Schulbücher in der Bibliothek. Damit ist unser Engagement dort abgeschlossen.
Jedes Jahr wird die 4-klassige Sekundarschule nach Prüfung der Examen der Absolventen der Primaria aus den umliegenden Dörfern 50 neue „Studenten“ aufnehmen.

 

Durch unsere beiden Schulen vergrößert sich das Dorf deutlich. Mehr Siedler bauen Hütten und auf dem angrenzenden Grundstück der Primary entsteht eine Kirche der Central Church for African Presbeterian CCAP.

 

Die Suche nach dem Wasser war schwierig. Der nahegelegene Teich fällt im Oktober trocken. Den Fluss zu stauen verbietet sich, weil die unterhalb Wohnenden sich beschweren würden. Also bleibt nur übrig, unsere Pumpe abzubauen und an einer etwas entfernten, tiefer gelegenen Stelle eine Bohrung niederzubringen und die Pumpe wieder aufzubauen.
Eine Stromleitung lässt sich von der Überlandleitung abzweigen. Jedoch wird die Bezahlung des Stromverbrauchs schwierig werden. Vielleicht werden die Ingenieure die Stromversorgung mit Solarkraft sichern können. Sie arbeiten für dieses Projekt mit einer Mitarbeiterin der Universität Mzuzu.

 

Auf der Rückfahrt nach Lilongwe zählte ich über 20 junge Männer, die am Straßenrand versuchten, gekochte Mäuse zu verkaufen. In den Städten jedoch mehren sich Zeichen zarten Aufschwungs.

 

Am folgenden Tag besuchten wir in Lilongwe Lieferanten für Strom-, Wasser, Sanitärmaterial, um u.a. Preise einzuholen.

 

Blantyre - Preschool Institute and Dalani-Secondary

Am Abend fuhren wir mit dem Bus 5 ½ Stunden nach Blantyre.
Wie geschildert waren wir am 17.9. bei der Preschool-Einweihung. Nachmittags gingen Frau Clasen und ich mit den Leiterinnen zum Institut für die Vorschullehrer-Ausbildung.

Das Institut war ärmlich, die Inhalte kärglich. Prof Fthenakis gab mir drei englisch-sprachige Curricula aus Norwegen, Schweden und Neuseeland für Vorschulerzieher mit, die ich dem Leiter als Steinbruch für seine Arbeit übergeben habe.

Die Ausbildung zum Erzieher beträgt mit Abschlussprüfung lediglich 5 Wochen. Die Kosten 350 Euro pro Erzieher! Für unsere drei jungen Damen übernehmen wir die Kosten der Ausbildung. So werden sie mehr Selbstvertrauen und bessere Möglichkeiten für ihre Arbeit entwickeln.

 

Am 18. ging es zur Dalani abc-Secondary. Einer der Ingenieure, Sebastian, ist der Sohn der Zobelfamilie, die viel Geld für den Bau der Schule gespendet hatte. Er war natürlich brennend interessiert.

Wir wurden freundlich von Lehrern und Schülern empfangen, standen die Reden durch und kümmerten uns besonders um die Schüler, deren Schoolfee von unseren Paten gesponsert werden - Liste anfertigen, Fotos machen....
Frau Clasen schlug vor, dass die Lehrer 2-mal im Jahr eine Stunde für das Briefeschreiben an die Sponsoren ansetzen. So dass nun endlich nach vielen unserer Bitten ein Kontakt entsteht.

Sebastian Zobel hatte die Idee, einen kleinen Fragebogen zu entwickeln für die drei von Zobels geförderten Schüler. Daraus wurde dann ein allgemeiner Fragenkatalog.


So haben wir nun 18 Bogen auswerten können:
11 Kinder gaben als Lieblingsfach Englisch, 5 Mathe, 3 Physik an.
11 beklagen, dass die Schule kein Laboratorium hat,
6 klagten über die alten Schulbücher, 5 über die Lehrerqualität.
Nach der Schule lesen 8, 6 spielen Fußball, 3 Korbball, 6 helfen im Haushalt.
8 übernachten bei Großeltern, 6 bei Vormund oder Freunden, 4 bei Eltern.
7 wollen Arzt, 3 Krankenschwestern, 2 Bankangestellte, je einer Lehrer, Polizist, Richter, Wissenschaftler, TV-Moderator werden.
Wichtig im Leben sei für 14 Education, für 2 Good Job, für 2 gutes Essen, für drei dem Vormund helfen.

 

Der Schulleiter, Bester Zamgule, übergab uns die Zeugnisse und bestätigte, er habe 150 „Studenten“: 40 in Form 1 , 35 in 2 ,40 in 3 und 35 in Form 4.
110 zahlten Schulgeld. Für 30 bekommt er in diesem Jahr noch 3600 Dollar von unseren Sponsoren. Dadurch scheinen die Schule, die Gehälter der 6 Lehrer, die Anschaffung neuer Schulbücher gesichert. Im nächsten Schuljahr soll die Schülerzahl auf 200 ansteigen. Wir werden im nächsten Jahr noch 2400 und im übernächsten 1200 $ für Schoolfee überweisen.

 

Am Samstag nach dem Ministerbesuch habe ich einen Workshop mit den beiden Leiterinnen und den drei zukünftigen Erzieherinnen mit den 2 Sätzen Nikitin-Material, ein Geschenk vom Spectra-Verlag, zur allgemeinen Erhellung und Erheiterung durchgeführt. Zum Schluss ein Treffen mit dem Bauunternehmer Banda. Es müssen noch Kleinigkeiten am Kindergarten nachgebessert werden - waagerecht angebrachte Bretter an den Wänden der Gruppenräume zum Schutz vor den Stuhllehnen der Kleinen, Binderfarbe an den Wänden.
Dann ging es um die Möglichkeit und die Preise am selben Ort als Anschluss zum Kindergarten eine 4-klassige Grundschule zu bauen und vielleicht später mehr. (siehe Ministergespräch) Die Offerte 37 000€ plus Schulbücher.

 

Am 22. ging es mit mehreren Hindernissen zurück nach Hause.
Soweit der Bericht über meine 12. Malawi-Tour.

 

3. Bücherbörse

In der Zwischenzeit fand am 19.und 20. 9. die dritte Bücher Börse Köln statt. Mit viel Aufwand und Arbeit haben die Studenten der FH 21 000 Euronen zusammengebracht. Sie haben tausende Bücher gesammelt, geschleppt, gelistet, geordnet und für 1-3 Euro verkauft. Nach 12 und 17 jetzt 21. Hut ab! Danke und Gratulation an die Initiatoren – Mario Klütsch, Bianca Kabongo und Marcello Montuori und die vielen, engagierten Helfer!. Die Buschtrommeln signalisierten bis nach Malawi: volles Haus, tolles Angebot, großes Rahmenprogramm für alt und jung.

 

Auch allen Freunden und Spendern der abc-Gesellschaft ein herzliches Dankeschön für Ihre Hilfsbereitschaft, Spenden und Vertrauen. So konnten wir vielen Kindern eine Schule bauen und den Schulbesuch überhaupt erst ermöglichen!

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
als wir vor 30 Jahren anfingen , gab es 2 Milliarden Analphabeten bei 4,8 Mrd. Erdbewohnern. Heute sind es 7 Mrd. und 80 % können lesen und schreiben.
Trotz aller Rückschläge und Widerstände, kriegerischen Handlungen, trotz aller Gewalt und Naturkatastrophen, Flüchtlingsströme und Epidemien hat sich die Welt insgesamt zum Besseren entwickelt.


Die Kindersterblichkeit ist stark zurückgegangen, 80 % aller Kinder werden geimpft, viele Mädchen gehen durchschnittlich 7 Jahre zur Schule, der Anstieg der Weltbevölkerung verlangsamt sich erheblich, statt 4,5 Kinder bekommen Frauen weltweit nur noch 2,5. Die Todesfälle bei Naturkatastrophen haben sich halbiert, die Lebenserwartung beträgt 70 Jahre, die wirtschaftliche Entwicklung, Einkommen und Kaufkraft haben sich, wenn auch nicht bei uns, in vielen Regionen der Welt stark erhöht, auch in Teilen von Afrika!......


Mit Freude und Genugtuung habe ich über positive, wissenschaftliche Entwicklungen, z.B. die Forschungen und Analysen des Schweden Rosling gelesen oder Rifkins „4. Industrielle Revolution“ oder Füchs´ „Intelligent wachsen.“

 

Wir sollten niemals den Glauben aufgeben - an eine bessere Welt.

Signatur Kuhn
Ihr F.-J. Kuhn

 

[Impressionenaus Malawi September 2014 ...]


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